Projekte

Investitionen in Artenschutz und Ausbildung

Der Verein investierte in den letzten 20 Jahren mehrere hundertausend Franken in verschiedene Artenschutz- und Ausbildungsprojekte. Bei den Artenschutzprojekten arbeiten wir eng mit der Fischerei- und Jagdverwaltung sowie dem Amt für Naturschutz des Kantons Zürich zusammen.

Bei der Ausbildungsprojekten, insbesondere mit den Volksschulen, arbeiten wir eng mit der Organisation «IG Dä Neu Fischer zusammen». All das konnte nur dank grosszügiger Unterstützung durch Firmen, Stiftungen, Vereine, Gemeinden, Bund und Kanton sowie vieler privater Spenden realisiert werden. 

Projektübersicht

Der Verein initiierte und betreut seit 1970 bis heute 12 verschiedene Artenschutz- und Ausbildungsprojekte. Dazu gehören auch die laufenden Pflegearbeiten in den Naturschutzgebieten.

1970 • Pflege und Erhalt des Naturschutzgebietes Streumätteli

> PDF Naturschutzgebiet Streumätteli

1970 • Betreuung und Erhalt von 200 Nistkästen Gemeinde Langnau

Pflege von 65 Obstbäumen Gemeinde Langnau

1990 • Bau Biotop Kiesgrube Albis

2007 • Indoor-Fischzuchtanlage für die Elritzen, Bachforellen und Steinkrebszucht, Striempel in Langnau

> PDF Indoor-Fischzuchtanlage> PDF Steinkrebszucht Striempel

Damm/Elritzen-Aufzuchtsgewässer an der Sihl, Langnau

2009 • Steinkrebszucht/Weiheranlage für Elterntiere, Rinderweid Langnau

> PDF Steinkrebszucht-Weiheranlag

2009 • Ausbildungsstützpunkt Krebshütte mit Weiher, Schellerweid

2012 • Ausbildungsstützpunkt Weiherhütte am Waldweiher, Gattikon/Thalwil

> PDF Weiherhütte

2017 • Totholzstrukturen im Sihlrevier 404

> PDF Totholzstrukturenn Sihlrevier 404

2019 • zwei zusätzliche Becken im Eingangsbereich zur Fischzuchtanlage (Steinkrebszucht)

> PDF Fischzuchtanlage

2021 • Aufbau Indoorzucht Bachmuschelprojekt

2024 Aufbau Laufrinne am Waldweiher Bachmuschelprojekt

> PDF Bachmuschelprojekt

Laufende Projekte

Die Betreuung der laufenden Projekte nimmt im Naturschutzverein Sihltal eine zentrale Rolle ein und ist mit freiwilligem Arbeitsaufwand und grossen Kosten und verbunden. Unsere Mitglieder leisten hier einen grossen Einsatz und die Natur und Artenschutzprojekte könnten ohne dieses Engagement nicht realisiert werden. Herzlichen Dank!
Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle auch unseren Sponsoren und Gönnern für die grosszügige finanzielle Unterstützung.

1970 • Pflege und Erhalt des Naturschutzgebietes Streumätteli

1970 • Betreuung und Erhalt von 200 Nistkästen Gemeinde Langnau

Pflege von 65 Obstbäumen Gemeinde Langnau

2007 • Indoor-Fischzuchtanlage für die Elritzen, Bachforellen und Steinkrebszucht, Striempel in Langnau

> PDF Indoor-Fischzuchtanlage> Steinkrebszucht Striempel

2009 • Steinkrebszucht/Weiheranlage für Elterntiere, Rinderweid Langnau

> Steinkrebszucht-Weiheranlag

2012 • Ausbildungsstützpunkt Weiherhütte am Waldweiher, Gattikon/Thalwil

> PDF Weiherhütte

2024 Aufbau Laufrinne am Waldweiher Bachmuschelprojekt

> Bachmuschelprojekt

Warum eine Elritzenzucht?

Wiederansiedlung der Kleinfischarten

Der Elritzenbestand im Bezirk Horgen ist leider sehr schlecht. Die Fischerei- und Jagdverwaltung selbst verfügt auf dem Kantonsgebiet nicht über die nötigen Bestände, um weitere Gewässer damit zu besetzen. Das Schwer-gewicht des Kantons liegt vor allem bei der Bachforellen-Hecht- und Felchenzucht. Allmählich findet aber auch auf der Verwaltung ein Umdenken statt, welches die Wichtigkeit der Wiederansiedlung von ursprünglich beheimateten Kleinfischarten, welche leider für den Menschen keine Bedeutung haben, begrüsst.

Nahrungsgrundlage des Eisvogels

Kleinfische sind aber auch die Grundnahrung des Eisvogels. Die Elritze war einst in den meisten Fliesgewässern, Weihern und Seen vertreten. Leider ist diese Kleinfischart weitgehend aus all diesen Gewässern verschwunden. Da aber die Elritze eine wichtige Nahrungsgrundlage des Eisvogels darstellt, macht es wenig Sinn, nur Eisvogelwände auf zu stellen. Unser Projekt stellt eine wichtige, ergänzende Massnahme zur Erhaltung dieser wunderschönen Vogelart dar. Damit bekanntlich eine Art überleben kann, braucht es zwei Dinge: Nistplätze und Futter. Viele Gewässer haben zu wenig Kleinfische für die adulten Eisvögel und ihre Brut. Wir sind der festen Überzeugung, dass es uns gelingen wird, die Elritze, die früher weitverbreitet war, in verschiedenen Bächen und Weihern wieder anzusiedeln.

Elritzenzucht mit 5 Aufzuchtbecken

Zucht-Kapazität: ca. 80 000 Elritzen pro Jahr

1. Spaltet das Quellwasser – das enthaltene Gas kann sich verflüchtigen
2. Auffangbecken
3. Aufzuchtbecken
4. Keimabtötung mittels ultravioletterLichtbestrahlung (gleich wie bei der Trinkwasseraufbereitung)
5. Vollautomatischer Futterautomat

Frischwasserverbrauch kann dank Wiederaufbereitung um 90% gesenkt werden.

Jedes Becken verfügt über eine eigene, dreistufige Reinigungsanlage:

1. Wasser-Zubringerleitung aus dem Aufzuchtbecken
2. Schlammsammler
3. Biologischer-Kiesfilter
4. Feinfilter
5. Nach dem Feinfilter wird das Wasser wieder in das Aufzuchtbecken zu-rückgepumpt.

> PDF warum eine Elritzenzucht?> PDF Die Fischzuchtanlage> PDF Die Kosten der Anlage> PDF Die Elritze - ein Schwarmfisch> PDF Die Geschlechtsmerkmale

Die Steinkrebszucht mit zwei Krebszuchtanlagen

Dringender Handlungsbedarf

Das Projekt der Steinkrebszucht ist ein direktes Resultat der Krebskartierung, durchgeführtdurch die Jungfischer des Fischer-Vereins Thalwil im Bezirk Horgen vom Sommer 2008. Die Resultate waren so ernüchternd, dass wir uns entschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.

Redundantes Zuchtkonzept

Aus Sicherheitsgründen bauen wir die Steinkrebszucht an zwei verschieden Standortenauf. Aber auch die verschieden Gewässertypen (Teich bei Waldhütte ist natürlich, Neubau Krebsteich ist mit Teichfolie ausgekleidet) erhöhen die Chancen auf ein gutes Gelingen. Die Steinkrebse für den Besatz der beiden Weiher wurden mit der Einwilligung der Fischerei- und Jagdverwaltung aus drei verschiedenen Gewässern im Bezirk entnommen. Dadurch, dass die Tiere aus verschiedenen Gewässern kommen, erhalten wir einen breitenGenpool.

Projekt I / Weiher bei Waldhütte

Dem Weiher bei der Waldhütte, welcher über einen natürlichen Ufer- und Gewässerboden verfügt, haben wir über 350 Edelkrebse (Astacus astacus) entnommen und mit Einwilligung der Fischerei- und Jagdverwaltung beim Dammprojekt an der Sihl wieder eingesetzt. Die Tiere bestanden aus allen Altersklassen. Die Weibchen machten die Mehrheit aus. Der Weiher wurde in der Folge neu mit 65 adulten Steinkrebsen besetzt, zwei Drittel davon Weibchen und ein Drittel Männchen. Ziel ist es, im Weiher primär eine eigenständige Steinkrebspopulation aufzubauen.

Projekt II / Steinkrebszucht auf der Rinderweid

Dieses Projekt dient ebenfalls der Zucht von Steinkrebsen. Der Weiher hat eine Länge von 15m, einer Breite von 2.5m und einer Tiefe von 1.20m. Der Teich ist mit einer Teichmatte ausgelegt, damit die Steinkrebse keine eigenen Höhlen bauen können. Der gesamte Teich ist mit einer 3-4 cm dicken Kiesschicht ausgekleidet. Verschiedene grössere Steinhaufen auf den Treppen ermöglichen den Steinkrebsen, die Tritte hinauf und hinunter klettern zu können.

Der Teich wird von einer Quelle mit ausreichendem Wasser gespiesen. Die ganze Anlage ist so gebaut, dass der Wasserstand im Weiher jederzeit und stufenlos bis zur vollen Entleerung geregelt werden kann. Der Weiher ist ebenfalls mit rund 70 adulten Steinkrebsen besetzt, zwei Drittel davon Weibchen und ein Drittel Männchen. Zu Beginn füttern wir die Steinkrebse noch mit etwas Plankton, Forellenfutter, Karotten sowie Salatblättern. Auch frische Fische werden gerne als Leckerbissen angenommen.

Steinkrebszucht Rinderweid

Aufzuchtsbecken für Steinkrebse

Aufzucht von Bachmuscheln beim Waldweiher in Gattikon

Die Bachmuschel ist vom Aussterben bedroht

Die Bachmuschel, einst in vielen Fliessgewässern verbreitet, ist vom Aussterben bedroht und hat den grössten Gefährdungsstatus aller Grossmuschelarten in der Schweiz.

Mit einer vor Kurzem beim Waldweiher in Gattikon installierten Aufzuchtbox möchten der Naturschutzverein Sihltal, die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich und die Gemeinde Thalwil dieser Entwicklung entgegenwirken.

Die neu installierte Aufzuchtbox beim Waldweiher in Gattikon ist mit feinem Sand ausgelegt und enthält einige hundert Jung-Bachmuscheln, welche von blossem Auge nicht erkennbar und kaum grösser als ein Sandkorn sind.

Mit dem permanenten Wasserdurchfluss aus dem Waldweiher, wird den Jungtieren nun planktonreiches Wasser (Futter) zugeführt, welches von ihnen gefiltert wird.

Innerhalb eines Jahres, beim optimalen Verlauf, wachsen die Jungmuscheln zur Erbsengrösse heran und werden anschliessend in geeigneten Gewässern wiedereingesetzt.

Die Projektbeteiligen hoffen, mit dieser Arbeit das drohende Aussterben dieser speziellen Tierart verhindern zu können und mitzuhelfen, neue und gesunde Bachmuschelpopulationen im Kanton Zürich aufzubauen.

Erfolgreicher Zuchtstart

Erstmals ist es uns im vierten Anlauf gelungen, die stark bedrohte Bachmuschel zu züchten. In der Laufrinne am Waldweiher gelang es uns rund 20 Bachmuscheln innert eines halben Jahres von 0,3 mm Grösse zu einer Bachmuschel in Erbsengrösse aufzuziehen. Schweizweit gelang dies in dieser Form zum ersten Mal. Es ist ein Lichtblick in unseren Zuchtanstrengungen für diese stark bedrohte Tierart im Kanton Zürich.


Für das 2025 sind wir natürlich jetzt voll motiviert und werden das System mit zwei weiteren Laufrinnen ergänzen, siehe Foto. Es ist für uns enorm wichtig herauszufinden, wie wir das System noch verfeinern und verbessern können.
Im Vordergrund stehen zwei Fragestellungen: 1. Mit welcher Sandkorngrösse haben wir die besten Resultate - 1 / 2 / oder 3 mm Sandkorngrösse? Je feiner der Sand, desto grösser die Verdichtung, bzw. weniger Plankton-Eintrag und Sauerstoffgehalt im Sand.

2. Ist das Überleben der Jungmuschel nach dem Larvenstadium besser, wenn sie natürlich in der Laufrinne von den geimpften Elritzen abfallen oder wenn sie von der Biologin im Nachgang mühsam mit der Stereolupe im Becken der Fischzucht nach dem Abfallen von den Fischen eingesammelt und in der Laufrinne ausgesetzt werden?

So sind wir stets bemüht, in den kommenden Jahren das Zuchtergebnis weiter zu verbessern und zu dokumentieren.

Der Lebenskreislauf der Bachmuschel

Die Bachmuschel ist vom Aussterben bedroht

Die Fortpflanzungszeit der Bachmuschel erstreckt sich vom Frühjahr bis zum Sommer. Die Muschellarven (Glochidien) sind zweiklappig und messen aufgeklappt etwa 0,3 Millimeter.

Übersicht Projekt-Dokumentationen PDF

Die aufgelisteten Dokumentationen der laufenden und ausgeführten Projekte stehen zur Information und zu Schulungszwecken zur Verfügung. ©Naturschutzverein Sihltal