Willkommen im Lebensraum Wasser

Gewässerökologie

Lebensraum Wasser und seine Probleme

Bis vor wenigen Jahrzehnten betrachtete der Mensch das Wasser als etwas, das man bedenkenlos nutzen und verschmutzen darf. Man war der Meinung, dass das Wasser in unserem Land in unbeschränkter Menge zur Verfügung steht und daher auch grenzenlos verbraucht werden kann. 
Die Klimaerwärmung und die damit verbundenen Wetterereignisse, wie beispielsweise der Hitzesommer 2003 oder der Schwund der Gletscher, weisen aber auf dramatische Veränderungen hin. Das gesammelte Wissen und die Erfahrungen aus den letzten Jahren lehren uns nun, bewusster mit der kostbaren Ressource Wasser umzugehen.

Wasser – Ursprung allen Lebens

Das Wasser ist der wichtigste Lebensspender, den wir haben. Gibt es kein Wasser mehr oder wird es verschmutzt, so verschwindet auch bald alles Leben rundherum. Wir alle brauchen es. Gehen wir aber auch vernünftig mit diesem lebenswichtigen Rohstoff um? Unsere Gewässer sind grossen Problemen ausgesetzt, denen wir uns im Folgenden etwas genauer widmen wollen.

Lebensfeindliche Räume

In den letzten Jahrzehnten wurden unsere Bäche und Flüsse oftmals in ein enges Betonkorsett gezwängt. Im Vordergrund der Verbauungen standen immer die Interessen der Menschen. Hochwasserschutz und Begradungen für Landgewinnung standen hier zuoberst. Viele Uferpartien wurden zubetoniert, und damit wurde ein lebensfeindlicher Raum für die Kleinlebewesen und Fische geschaffen.

Natürlicher Uferzonen und Bachläufe

Das Wiederherstellen natürlicher Uferzonen und Bachläufe ist von grösster Bedeutung. Das Gestalten von Flachwasserzonen, Uferpartien, Bachsohlen, Unterständen sowie Bepflanzungen sind die grosse Herausforderung der heutigen Zeit. Ein natürlich «gebauter» Bach bietet Kleinlebewesen und Fischen sowie Amphibien einen Lebensraum.

Die einheimischen Fischarten: Wie steht es um sie?

Vertieftes Verständnis

Der Fischer-Verein Thalwil führt eine Jugendgruppe mit dem Ziel, den Jugendlichen die nötigen Kenntnisse zur Ausübung der fairen Fischerei, dem gerechten Verhalten gegenüber der Natur (allgemeiner Natur- und Gewässerschutz) und anderen Seebenützern/Naturfreunden zu vermitteln. Unser Ziel ist es als Vorbild an den Gewässern aufzutreten. Ferner wird die Vereinskameradschaft gepflegt und gefördert.

Erhalt von lokalen Populationen 

Dem Erhalt von einheimischen Fisch- und Krebsarten ist eine hohe Priorität einzuräumen. Da die Natur ein grossangelegtes Netzwerk darstellt und alle Tier- und Pflanzenarten darin eine wichtige Funktion erfüllen, kann das Verschwinden einer einzelnen Art einen fatalen, negativen Dominoeffekt auslösen. Jede Tier- und Pflanzenart in der Natur hat ihren Nutzen, auch wenn dieser für den Menschen nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist.

Genetische Vielfalt

Jeder Fluss, ja sogar jeder Bach, bringt beispielsweise bei den Bachforellen Populationen hervor, die sich durch eine eigene Genetik von der Population anderer Fliessgewässer unterscheiden, exakt angepasst auf das jeweilige Gewässer. Diese Tiere bieten immer die beste Voraussetzung für den Erhalt einer Population.

Förderung der Naturverlaichung / Erhaltung der Biodiversität

Die Förderung der Naturverlaichung muss als oberstes Ziel gelten. Das bedeutet, dass die Gewässer, insbesondere die Fliessgewässer, mit geeigneten Massnahmen saniert werden. Damit steigt auch die Biodiversität insgesamt. Das Wort «Bios» stammt aus dem Griechischen und bedeutet «das Leben». Diversitas stammt aus dem Lateinischen und bedeutet «Vielfalt, Vielfältigkeit». Der Begriff «Biodiversität» vereint beide Wörter und bedeutet demgemäss die gesamte Vielfalt des Lebens. Biodiversität umfasst alle Arten und Organisationsstufen von Lebewesen, deren genetische Vielfalt, die Vielfalt von Ökosystemen (Lebensräumen) sowie die in diesen Systemen wirkenden Prozesse.

Unsere Fische in der Region Zimmerberg

Die einheimischen Krebse

Einheimische Krebse

Krebse gehören zu den Tierarten, die schon vor Tausenden von Jahren in derselben Form anzutreffen und weit verbreitet waren. Im Jahr 1860 brach in Europa erstmals die Krebspest aus, hervorgerufen durch einen Pilz, der wahrscheinlich mit lebenden Krebsen aus Nordamerika eingeschleppt wurde. In wenigen Wochen wurden die Krebsbestände in vernetzten Gewässersystemen fast ausgelöscht.

Europäischer Flusskrebs / Edelkrebs Astacus astacus

Charakteristisch ist die starke Einbuchtung der Scheren. Die Leiste auf der Krebsnase (Rostrum) weist deutliche Zacken auf. Die Unterseiten der Scheren sind rötlich gefärbt, im Bereich des Scherengelenks findet sich ein leuchtend roter Fleck. Rücken- und Kopfpartie schwankt je nach Standort in der Farbe von braun bis olivgrün. Je steiniger der Untergrund, umso schöner ist die Farbe.

Steinkrebs Austropotamobius torrentium

Körper glatt, Farbe braun bis oliv. Scherenoberseite braun, Unterseite hell, meist beige, nie rot oder schmutzig braun. Grösse max. 9-10 cm, kleinste einheimische Krebsart. Lebt in kalten, kleinen Bächen und hoch liegenden, kühlen Seen. Von der Krebspest gefährdet.

Dohlenkrebs Austropotamobius pallipes

Bräunlich gefärbt. Hinter der Nackenfurche zwei bis drei deutlich
sichtbare Dornen und ein Kiel auf der Nase. Er wird bis zu 10cm lang. Von der Krebspest gefärdt.

Die Krebse im Revier Gattiker- und Waldweiher

Im Waldweiher haben wir eine Edelkrebspopulation, welche sich nach verschieden Stützmassnahmen bzw. Wiederansiedelungen langsam aber stetig erholen und verbessern konnte.
Im Gattikerweiher ist eine Wiederansiedelung bis jetzt nicht gelungen. Die Gründe hierfür liegen im Dunkeln.
In den Zuflüssen zum Weiher findet man zusätzlich noch Stein- und Dohlenkrebse. Es dürfte in der Schweiz das einzige Gebiet sein,
in welchem aller drei einheimischen Flusskrebsarten im selben Gewässersystem innerhalb weniger Kilometer zu finden sind. Ein absolutes Highlight.

Die Steinkrebse im Sihltal

Die Steinkrebse sind deutlich stärker unter Druck. Viele der von uns gefunden Populationen sind kleine, isolierte Bestände. Auf Grund der fehlenden Vernetzung der Gewässer findet keine Blutauffrischung mehr unter den verschiedenen Steinkrebspopulationen statt. Dadurch entsteht die Gefahr der Inzucht, mit all ihren negativen Folgen. Gerade der Zimmerbergrücken, mit seinen vielen beschaulichen Wiesenbächen, welche oftmals noch sehr gut untereinander vernetzt sind, bringen sehr schöne Bestände hervor. Aber auch bei einer temporären Gewässerverschmutzung ist die Vernetzung der Bäche von grossem Nutzen, da sehr schnell eine Wiederbesiedelung aus einem anderen Gewässerarm stattfindet.

Einheimische Grossmuscheln

Bedrohte Tierart

Die Grossmuscheln gehören zu den Weichtieren (Mollusca). Fünf der sechs einheimischen Grossmuschelarten stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten in der Schweiz. Die Grossmuscheln gehören zur Familie der Unionidae.

Man teilt sie in zwei Untergruppen ein:
Unterfamilie Unioninae (Flussmuscheln):
Maler-, Aufgeblasene Fluss-und Bachmuschel.
Unterfamilie Anodontinae (Teichmuscheln):
Gemeine Teichmuschel (Schwanenmuschel) und Flache Teichmuschel (Entenmuschel).

Die vielen Gewässerverbauungen, Gewässerverschmutzungen, aber auch die Überdüngung der Gewässer (z.B. durch Jauche), haben den Beständen der Grossmuscheln arg zugesetzt. Oftmals findet man noch viele Jahre nach dem Aussterben einer Muschelart in einem Gewässer Muschelschalen und zieht daraus den falschen Schluss, dass noch Bestände darin vorhanden seien.

Flache Teichmuschel

Anodonta anatina

Südliche Malermuschel

Unio mancus

Malermuschel

Unio pictorum

Warum sind die einheimischen Teich- und Flussmuscheln in der Schweiz bedroht?

Die Hauptverursacher


• es gibt kaum mehr intakte Auengewässer

• Rückgang der Fischpopulationen, besonders bei den Kleinfischarten

• fehlende Vernetzung der Gewässer

• Gewässerverschmutzungen
- Abwasser der Kläranlagen Dünger und Pestizide
aus der Landwirtschaft
- Düngung aus der Luft (z.B. Nitrat)

• Die nordamerikanische Bisamratte dezimiert Muschelbestände

Bachmuschel

Unio crassus

Gemeine Teichmuschel

Anodonta cygnea

Aufgeblasene Flussmuschel

Unio tumidus

Nährtiere

Die Nahrungskette: Kleinst- und Kleinlebewesen

Die Kleinst- und Kleinlebewesen, das Plankton, spielen in der Nahrungskette der Fische eine grosse Rolle. Von allen Arten gibt es viele Variationen, sowohl in der Farbe als auch in der Grösse. Im Folgenden sollen die wichtigsten davon kurz vorgestellt werden.

Phytoplankton (pflanzliches Plankton)

Der Begriff Phytoplankton bezeichnet pflanzliches Plankton. Es besteht vor allem aus Kiesel-, Grün-, Gold- und Blaualgen. Es baut mithilfe von Licht aus Kohlendioxid und Nährstoffen Biomasse auf (Photosynthese). Das Phytoplankton ist damit die Basis der Nahrungspyramide in den Gewässern und wird vom Zooplankton gefressen, für welches es die Nahrungsgrundlage darstellt.

Zooplankton (tierisches Plankton)

Das Zooplankton ist für viele Jungfische ein lebensnotwendiger Nahrungsbestandteil. Das tierische Plankton besteht vor allem aus Vertretern der Krebstiere wie Hüpferling und Blattfusskrebs. Vom Zooplankton ernähren sich auch andere Kleinlebewesen, die für die Fische von Bedeutung sind.

Kleinlebewesen

Der Gewässergrund in Fliess- und stehenden Gewässern wird von einer Vielzahl von Lebewesen bewohnt. Diese stellen, insbesondere in den Fliessgewässern, eine wichtige Nahrungsgrundlage dar.

Makrozoobenthos / Gewässergüte

Für die Beurteilung des biologischen Zustands der Fliessgewässer spielen Makrozoobenthos, von Auge erkennbare wirbellose Wassertiere, eine wichtige Rolle. Sie widerspiegeln die Gesamtheit aller auf sie einwirkenden Umgebungsfaktoren. Dies gilt nicht nur für die Wasserqualität, sondern auch für die morphologischen und hydrologischen Bedingungen und für die Dynamik im Gewässer. Die Zusammensetzung des Makrozoobenthos ist ein Abbild des Gesamtzustandes eines Fliessgewässers und kann als Überwachungsinstrument für den ökologischen Zustand verwendet werden.

Phytoplankton

Zooplankton